“JoMila” Iodine-rich plant-based milk alternatives – Healthy added value sustainably produced through biofortification of oats

Aktuelle Studien weisen auf eine unzureichende Jodversorgung in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung hin. Ursachen hierfür liegen in der rückläufigen Verwendung von jodiertem Speisesalz und in veränderten Ernährungsgewohnheiten wie dem zunehmenden Verzicht auf Lebensmittel tierischer Herkunft. Bereits ein moderater Jodmangel kann gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Vor diesem Hintergrund verfolgt dieses Teilprojekt das Ziel, einen neuen Ansatz zur Verbesserung der alimentären Jodzufuhr zu entwickeln, der die bestehenden Prophylaxemaßnahmen sinnvoll ergänzt. Im Fokus stehen dabei pflanzliche Milchalternativen auf Haferbasis, die durch agronomische Biofortifikation vergleichbar jodreich wie Kuhmilch werden sollen. Das methodische Instrumentarium für diese Verfahrenstechnik soll im Rahmen des dreijährigen Forschungsprojekts in Kooperation mit der Hochschule Osnabrück (HSOS), dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e. V. (DIL) sowie assoziierten Partnern aus Forschung und Wirtschaft entwickelt werden.

Hierzu ist über drei Vegetationsperioden eine Serie von Feldversuchen im landwirtschaftlichen Versuchsbetrieb der HSOS und auf externen Versuchsflächen geplant, um den Einfluss verschiedener Joddüngungsstrategien, von Standort- und Witterungsbedingungen sowie der Sortenwahl auf den Jodgehalt in Hafer zu untersuchen. Ferner soll geprüft werden, inwieweit die Jodbiofortifikation zur Verbesserung der Stickstoffnutzungseffizienz und der Widerstandsfähigkeit
von Haferpflanzen gegenüber biotischem Stress (Befall mit pilzlichen Schaderregern) und abiotischem Stress (Trockenheit) beitragen kann.

Seitens des DIL wird analysiert, wie sich das Metabolom zwischen jodbiofortifizierten und herkömmlichen Hafer unterscheidet. Von besonderem Interesse sind Veränderungen im Gehalt wertgebender Inhaltsstoffe wie Beta-Glucanen und Proteinen. Zur Herstellung der haferbasierten Milchalternativen gilt es, die Prozessierung so zu optimieren, dass möglichst ein hoher Anteil des biofortifizierten Jods aus dem Korn und ggf. auch aus den Spelzen verwertet wird und bei der Haltbarmachung durch Ultrahocherhitzung erhalten bleibt. Hierzu sind am DIL entsprechende Versuche im Technikumsmaßstab geplant. Im Sinne eines nachhaltigen Gesamtkonzepts sollen zudem für Nebenströme aus der Pflanzenproduktion (jodreiches Haferstroh) und aus der Verarbeitung (Spelzen, Prozessreste) geeignete Verwertungsmöglichkeiten konzipiert werden.

Ansprechpartner*innen für dieses Projekt sind: Prof. Dr. Diemo Daum (D.Daum@hs-osnabrueck.de), Dr. Nino Terjung (n.terjung@dil-tec.de) und Franziska Witte (F.Witte@dil-ev.de)