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Ausgehend von den langjährigen Düngeversuchen auf den Versuchsgütern der Universität Göttingen werden Anpassungsstrategien in Fruchtfolge und Düngung untersucht und in Modellierungsansätze überführt, um die Skalierung der Versuchsergebnisse auf die höhere naturräumliche Skala zu ermöglichen. Auch die sich aus den Einschränkungen der Düngeverordnung ergebenden Veränderungen in der Nährstoffversorgung der Böden und die damit einhergehenden Veränderungen in der Zusammensetzung der produzierten Nahrungsmittel sollen näher beleuchtet werden. Folgen des Klimawandels und von Extremwetterereignissen werden modellbasiert ebenfalls betrachtet.
Innovationen im Bereich des Precision Farming, die erst durch die vermehrte Nutzung von künstlicher Intelligenz, autonomer Robotik und maschinellem Lernen möglich geworden sind, werden auf ihr Potential zur Abmilderung der Effekte von Produktionseinschränkungen auf die Produktivität und hinsichtlich Akzeptanz für die in regional angepassten Ackerbaustrategien erzeugten Produkte untersucht.

Bis zum Jahr 2050 müssen 10 Milliarden Menschen ernährt werden, was einen zusätzlichen Bedarf von 250 Millionen Tonnen Protein pro Jahr mit sich bringt. Das Projekt „Grünland“ zielt darauf ab, die Herausforderungen der Proteingewinnung aus Grünlandpflanzen, insbesondere aus Weidelgras, zu bewältigen. Es soll die notwendigen Grundlagen schaffen, um Grasprotein nachhaltig in der menschlichen Ernährung einsetzen und in der Lebensmittelindustrie zur Strukturgebung verwenden zu können.
Das Projekt am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) untersucht grundlegende, wissenschaftliche Fragen für ein Verfahren zur Gewinnung technofunktionaler Proteine aus Grünlandpflanzen. Vier interdisziplinäre Teilprojekte am DIL arbeiten zusammen, um alle Prozessschritte von der Labor- bis zur Technikumsebene zu analysieren. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Proteinausbeute und -qualität, der Wirtschaftlichkeit sowie einer positiven Ökobilanz. Lebensmittelchemiker, Laboranten, Technologen und Techniker koordinieren gemeinsam die Versuche und Analysen, um jeden Schritt von der Extraktion bis zum Einsatz des Grasproteins in funktionellen Lebensmitteln grundlegend zu untersuchen und zu optimieren.
Ziel des ZERN Initialprojektes „Zukunftorientierte Mastschweinehaltung“ ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit zukunftsweisenden und gesellschaftlich akzeptierten Haltungssystemen für Mastschweine mit Einstreu und Auslaufhaltung. In diesem Projekt werden diese Haltungssysteme ganzheitlich betrachtet und bewertet. Es werden Fragestellungen aus den Themenfeldern Tierwohl und Tiergesundheit, Tierethik, Tierernährung, Fleisch- und Produktqualität, sowie Ökonomie bearbeitet. Ein besonderes Augenmerk wird auf entstehende Zielkonflikte in diesen Haltungssystemen gelegt, insbesondere in Hinblick auf Fragen der Tiergesundheit, Biosicherheit, Emissionen, Nährstoffeffizienz und Wirtschaftlichkeit.

Die Brennnessel bietet ein enormes Potenzial als nachhaltige Proteinquelle, doch ihre industrielle Nutzung bleibt bislang unzureichend erforscht. Insbesondere die Proteingewinnung stellt eine technologische Herausforderung dar, da es keine etablierte Extraktionsverfahren gibt und aufgrund der hohen Gehalte an Polyphenolen und antinutritiven Substanzen.
Das vorliegende Forschungsprojekt entwickelt einen skalierbaren, nachhaltigen Prozess zur Proteingewinnung aus der Brennnessel. Durch die Integration moderner Trenn- und Stabilisierungstechnologien – wie der Vorbehandlung mit gepulsten elektrischen Feldern (PEF) sowie innovativer Extraktions- und Separationstechniken – soll die Ausbeute und Qualität des Brennnesselproteins optimiert werden.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der vollständigen Verwertung der Pflanze. Nebenströme wie Presskuchen, Separationsrückstände und Fasern werden in geschlossene Kreislaufsysteme integriert, um eine maximale Ressourcennutzung zu gewährleisten.
Das Projekt baut auf bisherigen Erkenntnissen zur Proteinextraktion aus Gras aus den aktuellen Forschungsarbeiten im ZERN-Verbund, insbesondere mit dem Initialprojekt zur „Grünlandnutzung und Eiweißgewinnung aus Gras“, das vergleichbare Ziele im Bereich der Proteinextraktion verfolgt.
Dauergrünland ist wichtig für den Boden- und Gewässerschutz und leistet als Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Im Bereich der Grünlandnutzung untersucht ein Projekt am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) grundlegende, wissenschaftliche Fragen für ein Verfahren zur Gewinnung technofunktionaler Proteine aus Grünlandpflanzen. Neben dem proteinreichen Presssaft fällt ein verhältnismäßig trockener Pressrückstand an, für den es gilt, möglichst wertschöpfende Verwertungswege zu finden.
Hier setzt das Presswert-Projekt an. Es ergänzt das DIL-Projekt, indem es die dort anfallenden Pressrückstände in einer hochwertigen stofflichen Nutzung für die Gewinnung von Faserstoffen zur Papierherstellung sowie Hydrogelen nutzt. Das Projekt wird in enger Kooperation der beiden Thünen-Institute für Agrartechnologie und für Holzforschung bearbeitet. Neben dem DIL sind die GeCo GbR und die Papierfabrik Klingele als assoziierte Partner dabei.
Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise spielt der Milchsektor eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Die Minderung von Treibhausgasen ist jedoch komplex in diesem Bereich. Der Viehsektor ist ein wesentlicher Verursacher von Treibhausgasemissionen und trägt erheblich zum Einfluss der Landwirtschaft auf das Klima bei. In Deutschland ist die Landwirtschaft für 8% der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei 42% auf die Nutztierhaltung entfallen (BMEL, 2024). Zudem verursacht der Agrarsektor 75% der nationalen Methanemissionen, die hauptsächlich durch Verdauungsprozesse von Rindern entstehen. Niedersachsen, eine Region mit intensiver Viehhaltung, produziert 22,4 % der deutschen Milch (BZL, 2024), was die zentrale Rolle des Milchsektors im Emissionsprofil des Landes hervorhebt.
Dieses Projekt konzentriert sich auf Strategien zur Minderung von Treibhausgasen im niedersächsischen Milchsektor und zielt darauf ab, Landwirte mit Informationen und Lösungen auszustatten, um klimafreundliche Praktiken in der Region zu unterstützen.
Geeignete Klimaschutzmaßnahmen, die Landwirte sowohl bereit als auch in der Lage sind umzusetzen, werden analysiert und dann mit geeigneten Informationsstrategien an Landwirt*innen übermittelt. Das Ziel des Projektes ist es Forschungsergebnisse mit konkreten, landwirtschaftsnahen Praktiken zu verknüpfen, die gleichzeitig wirtschaftliche, ökologische und soziale Vorteile bringen. Durch eine systematische Bewertung, Mitgestaltung und Kommunikation von Klimaschutzmaßnahmen wollen wir Milchviehhalter*innen mit dem Wissen und den Werkzeugen ausstatten, die sie benötigen, um zu den Klimazielen beizutragen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit ihrer Betriebe zu verbessern.

Woher Kefir ursprünglich kommt, ist bis heute nicht eindeutig bewiesen.
Fest steht jedoch, dass schon vor 3500 Jahren im Gebiet des heutigen Chinas Kefir hergestellt wurde. Das Forscherteam um Yichen Liu veröffentlichten 2024 neuste Ergebnisse im Fachmagazin Cell: offenbar stammen die noch heute genutzten Bakterienstämme ursprünglich nicht nur aus dem Nordkaukasus, sondern auch aus dem Tibet (Cell, Volume 187, Issue 21, 17 October 2024, Pages 5891-5900.e8 https://doi.org/10.1016/j.cell.2024.08.008).
Kefir wird auch als das „Getränk der Hundertjährigen“ bezeichnet.
Ein Jahrtausende altes Getränk in einem aktuellen Forschungsprojekt in Niedersachsen?
Richtig gelesen! Im ZERN-Verbund analysieren wir Kefir. Und zwar aus verschiedensten Blickwinkeln: von der Produktqualität über eine Interventionsstudien bis zum Verdau im Kunstdarm und dem Potential für kleine- bis mittelständische Milchviehbetriebe.
„Das Kefir-Projekt eröffnet uns die spannende Aufgabe diese verschiedensten Blickwinkel zusammenzuführen, um das gesamte Potential von Kefir zu begreifen. Ein Jahrtausende altes Produkt neu verstanden: gesund, nahrhaft und regional “, so beschreibt Dr. Johanna Mörlein die anstehenden Arbeiten.
Ansprechpartnerin für dieses Projekt ist Dr. Johanna Mörlein (johanna.moerlein@uni-goettingen.de)
…weitere Informationen folgen…
Ansprechpartner für dieses Projekt sind:
PD Dr. habil. Jochen Schulz (Jochen.Schulz@tiho-hannover.de) und Prof. Dr.-Ing. Markus Richter (m.richter@ift.uni-hannover.de)
…weitere Informationen folgen…

Im Rahmen der Outreach Projekte des ZERN-Verbundes sollen innovative Ansätze der
Wissenschaftskommunikation im Bereich Ernährung und Konsumverhalten erprobt werden.
Grundlage bilden drei Online-Befragungen zu aktuellen Foodtrends – alkoholfreie Getränke (z.B. alkoholfreies Bier, Wein etc.), High-Protein-Produkte und Nahrungsergänzungs-mittel (Supplements). Ergänzt wird das Vorhaben durch eine experimentelle Pilotstudie zur praktischen Nutzung alternativer Proteinquellen in der Teachingküche (Göttingen).
Ziel ist es, daraus zielgruppengerechte Kommunikationsstrategien für die Plattform TikTok zu entwickeln und umzusetzen. Damit soll ein Beitrag zur evidenzbasierten und zugleich niedrigschwelligen Verbraucherinformation im digitalen Raum geleistet werden und gleichzeitig die Sichtbarkeit des ZERN-Verbundes gesteigert werden.
Geplante Maßnahmen
1.) Durchführung von drei Online-Befragungen (à ca. 1.000 Personen, bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht)
Themen:
– Konsum- und Einstellungsmuster zu alkoholfreiem Bier
– Wahrnehmung und Nutzung von High-Protein-Produkten
– Wissen, Vertrauen und Nutzungsmotive in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel
Ziel: Generierung von evidenzbasierten Insights zur Relevanz und Wahrnehmung dieser Trends bei verschiedenen Zielgruppen (insb. 18–35 Jahre).
2.) Pilotstudie mit qualitativer Datenerhebung: Nutzung alternativer Proteinquellen in der Teachingküche
Ziel: Praxistest zur Akzeptanz und Zubereitbarkeit pflanzlicher oder alternativer Proteine (z. B. Hülsenfrüchte, Fermentationsprodukte) mit Studierenden.
– Erfassung sensorischer, praktischer und kommunikativer Aspekte
– Beobachtung von Reaktionen, Rückmeldungen, spontaner Sprache („Was kommt an?“)
– Verwertung der Inhalte als narratives und visuelles Ausgangsmaterial für TikTok
3.) Ableitung und Erprobung einer TikTok-Kommunikationsstrategie
Basierend auf den Befragungsergebnissen wird ein Storytelling- und Formatkonzept entwickelt, das evidenzbasierte Inhalte visuell und narrativ ansprechend für TikTok aufbereitet. Dabei werden Reichweite, Engagement und Rezeption in der Zielgruppe iterativ evaluiert.
Ansprechpartnerinnen zu diesem Projekt sind Dr. Clara Mehlhose (clara.mehlhose@uni-goettingen.de) und Dr. Sophie-Dorothe Lieke (sophiedorothe.lieke@uni-goettingen.de)
Das Projekt „Hidden Peatential! – Hier sind Erbsenzähler gefragt“ verfolgt das Ziel,
wissenschaftlich fundiertes Wissen zu nachhaltiger Ernährung und alternativen Proteinquellen – insbesondere auf Erbsenbasis – praxisnah und gesellschaftsnah zu vermitteln. Im Fokus steht das neu zu etablierende Citizen Lab als Outreach-Format, das gezielt öffentliche Räume wie Fußgängerzonen nutzt, um Wissenschaft unmittelbar in den Alltag der Bürger*innen zu bringen.
Mit einem interaktiven, niedrigschwelligen Zugang werden Passantinnen eingeladen, sich durch Verkostungen, Mitmach-Experimente und **Gespräche mit Wissenschaftlerinnen** mit pflanzlichen Proteinquellen auseinanderzusetzen. Das Citizen Lab 2.0 adressiert Menschen außerhalb formaler Bildungssettings und möchte auf spielerisch-informative Weise zu reflektierten Entscheidungen im Bereich Ernährung und Nachhaltigkeit anregen – ohne zu bewerten oder zu missionieren.
Geplante Maßnahmen
Im Projektzeitraum sollen zwei Citizen Lab 2.0-Veranstaltungen an stark frequentierten öffentlichen Orten in Osnabrück und in Quakenbrück (z. B. Innenstadt) durchgeführt werden. Ziel ist es, jeweils rund 100 Bürger*innen direkt und niederschwellig mit wissenschaftlichen Inhalten zur nachhaltigen Ernährung in Kontakt zu bringen. Geplant sind folgende Maßnahmen:
• Verkostungsstationen: Vergleich von pflanzlichen und tierischen Produkten zur sensorischen Selbsterfahrung; Teilnehmer*innen bewerten Geschmack, Textur und Akzeptanz unterschiedlicher Proteinquellen.
• Einfache Mitmach- und Einschätzexperimente zu pflanzlichen Proteinen:
o Schaumbildung mit Hülsenfrüchten (Aquafaba): Aufschlagen von Kichererbsenwasser veranschaulicht die technofunktionellen Eigenschaften pflanzlicher Proteine im Vergleich zu tierischen Alternativen.
o Aminosäuren-Puzzle: Ein Memory- oder Puzzlespiel zeigt spielerisch, wie sich durch
Kombination verschiedener pflanzlicher Quellen (z. B. Erbse + Getreide) ein vollständiges Aminosäureprofil erreichen lässt.
• Dialogformate mit Wissenschaftler*innen: Niedrigschwellige Gespräche zur ökologischen Bilanz verschiedener Proteinquellen (z. B. CO₂-Fußabdruck, Wasserverbrauch, Landnutzung) fördern informierte Reflexion über Ernährung und Nachhaltigkeit.
• Evaluation: Kurze Befragungen vor Ort und strukturierte Beobachtungen erfassen Wirkung, Reichweite und Optimierungspotenzial des Formats.
Ansprechpartner*innen für dieses Projekt sind: Prof. Simone Lipinski (S.Lipinski@dil-ev.de), Prof. Marco Beeken (marco.beeken@uni-osnabrueck.de), Dr. Lars Otte (lars.otte@uni-osnabrueck.de)

Durch ein regelmäßiges digitales Kommunikationsformat mit dem Titel „Wissenschaftlicher ZERN-Zukunftstalk live aus dem Teaching Kitchen“, das eine Weiterentwicklung des „Kulinarischen Zukunftstalks“ des ZERN-Verbundes ist, der an drei Donnerstagen im September 2024 stattgefunden hat, werden die niedersächsische Forschungslandschaft, die Unternehmen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft wie auch weitere Akteur*innen und Institutionen in diesem Feld sichtbar gemacht, vernetzt und einem zunehmend breiten Publikum vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei der ZERN-Verbund selbst, seine Partner*innen sowie die laufenden Projekte, Aktivitäten und Ergebnisse. Auf diese Weise kann gleichzeitig ein Beitrag zu den drei weiteren Unterzielen des ZERN-Verbundes geleistet werden, da sowohl Akteur*innen der landwirtschaftlichen Produktion, der Verarbeitung und Vermarktung wie auch aus dem Bereich der Schnittstelle mit Verbraucher*innen eingebunden werden, um in den Zukunftstalks ihre Perspektiven, ihre Forschung oder ihre Lösungsansätze, z.B. Produkte oder innovative Herstellungsmethoden, vorzustellen. Das Projekt ermöglicht somit die aktive Vernetzung der Branche und die Sichtbarmachung von Schnittstellen und Kooperationsmöglichkeiten.
Es zahlt hierdurch erheblich auf den Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verbraucher*innen ein und stärkt die Zukunftsfähigkeit der niedersächsischen Ernährungswirtschaft, die nach dem Fahrzeugbau der zweitwichtigste Wirtschaftszweig in Niedersachsen ist. Es sind insgesamt 8 ZERN-Zukunftstalks geplant, die in einem monatlichen Rhythmus stattfinden sollen, z.B. an jedem ersten Donnerstag im Monat, und die live aus dem Teaching Kitchen im Sportpark Jahnstadion in Göttingen gesendet werden.
Das Teaching Kitchen wird zu diesem Zweck in ein Fernsehstudio umgebaut, das bestmöglich für Live-Webinare ausgerüstet ist. Dabei können drei verschiedene Kameraperspektiven (Küchenansicht/Totale, Kochfeld, Schneidbrett) professionell
genutzt werden. Das Teaching Kitchen im Sportpark Jahnstadion wird von unserem Kooperationspartner Culinary Medicine Deutschland e.V. betrieben.
In jeder der 8 Einheiten des ZERN-Zukunftstalks wird (mindestens) ein Gast mit fachlichem Bezug ins Teaching Kitchen eingeladen. Vorab werden Rezepte mit den Gästen abgestimmt und vorbereitet, die einen inhaltliche Überlappung mit dem Fachgebiet des Gastes haben. Während der Veranstaltung werden diese Rezepte live vor der Kamera gemeinsam mit dem Gast zubereitet. Währenddessen findet zwischen Gast und Gastgeber*innen ein kurzweiliges Gespräch statt, in dem zum einen fachlich über die professionelle Perspektive des Gastes diskutiert wird und zum anderen ein kulinarischer Talk über die Rezepte sowie über Tipps und Tricks in der Küche stattfindet. Die Zuschauer*innen der ZERN-Zukunftstalks haben über die Chatfunktion die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Die Verknüpfung von Wissenschaft, Wirtschaft, Verbraucher*innenperspektive und Kulinarik in einer interaktiven „Live-Kochshow“ schafft ein attraktives Kommunikationsformat, das für viele Stakeholder, aber auch interessierte Verbraucher*innen interessant ist.
Ansprechpartner*innen für dieses Projekt sind: PD Dr. Thomas Ellrott (thomas.ellrott@med.uni-goettingen.de) und Nicola Rosenau (nicola.rosenau@med.uni-goettingen.de)
Nationale und internationale agrar- und ernährungspolitische Initiativen, verfolgen das Ziel den Anteil pflanzlicher Proteinquellen in der Ernährung zu erhöhen. Hülsenfrüchte sind dabei ein zentraler Baustein, denn sie sind reich an pflanzlichem Protein und bieten im Vergleich zu tierischem Protein gesundheitliche und ökologische Vorteile. Zwischen dem tatsächlichen Konsum und der von zentrale Ernährungsorganisationen empfohlenen Konsummenge existiert allerdings eine erhebliche Diskrepanz. Um diese Transformation hin zu einer stärker auf Leguminosen basierenden Ernährung zu fördern, verfolgt das geplante Forschungsvorhaben das Ziel, potenzielle Ernährungspfade zu identifizieren, über die Konsumierende den Übergang von einer vornehmlich auf tierischem Protein beruhenden Ernährung hin zu einer stärker auf Leguminosen gestützten Ernährung vollziehen.
Um dieses Ziel zu erreichen sind 36 Monate Projektlaufzeit mit fünf Arbeitspaketen geplant.
Im ersten Arbeitspaket wird eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um den aktuellen Forschungsstand zu Konsummustern und -präferenzen im Bereich pflanzlicher Proteinquellen aufzuarbeiten. Ziel ist es, zentrale Erkenntnisse und bestehende Forschungslücken zu identifizieren.
Das zweite Arbeitspaket umfasst zwei empirische Online-Studien mit jeweils n=1000 Befragten. In der ersten Studie wird eine Bestandsaufnahme des aktuellen Konsums von Leguminosen vorgenommen. Dabei erfolgt zugleich eine Identifikation relevanter Zielgruppen. In der zweiten Studie wird die Wirkung unterschiedlicher Kommunikationsmaßnahmen auf die Kaufentscheidung und -bereitschaft hinsichtlich Leguminosen untersucht.
Im Rahmen des dritten Arbeitspaketes werden longitudinale Scannerdaten des Forschungspartners Edeka analysiert, um Kaufentscheidungsprozesse von
Leguminosen nachzuvollziehen. Dabei wird im ersten Teilprojekt untersucht, inwiefern sich Erstkäufe zu wiederholten Käufen und schließlich zu habitualisiertem Konsum entwickeln. In dem zweiten Teilprojekt wird darüber hinaus analysiert, welche Rolle Nachhaltigkeitsmerkmale (z.B. Bio-Siegel) oder Preispromotionen spielen. Die Ergebnisse aus den Arbeitspaketen 1 bis 3 werden in einer integrativen Synthese (AP4) zusammengeführt.
Ziel ist die Entwicklung evidenzbasierter Handlungsempfehlungen und Strategien zur Förderung des Leguminosenkonsums.
Das fünfte Arbeitspaket umfasst die organisatorische Projektkoordination sowie Maßnahmen der Wissenschaftskommunikation zum Wissenstransfers in Praxis und Wissenschaft. Das Projekt geht aufgrund des Methodenmixes inkl. der Nutzung umfangreicher, aktueller Scannerdaten von Edeka über den Stand der Forschung hinaus und verspricht innovative und praxisrelevante Ergebnisse für ein wichtiges Konsumfeld.
Ansprechpartnerinnen für dieses Projekt sind: Dr. Kristin Jürkenbeck (kristin.juerkenbeck@uni-goettingen.de) und Jun. Prof. Dr. Maureen Schulze (maureen.schulze@leuphana.de)
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Aktuelle Studien weisen auf eine unzureichende Jodversorgung in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung hin. Ursachen hierfür liegen in der rückläufigen Verwendung von jodiertem Speisesalz und in veränderten Ernährungsgewohnheiten wie dem zunehmenden Verzicht auf Lebensmittel tierischer Herkunft. Bereits ein moderater Jodmangel kann gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Vor diesem Hintergrund verfolgt dieses Teilprojekt das Ziel, einen neuen Ansatz zur Verbesserung der alimentären Jodzufuhr zu entwickeln, der die bestehenden Prophylaxemaßnahmen sinnvoll ergänzt. Im Fokus stehen dabei pflanzliche Milchalternativen auf Haferbasis, die durch agronomische Biofortifikation vergleichbar jodreich wie Kuhmilch werden sollen. Das methodische Instrumentarium für diese Verfahrenstechnik soll im Rahmen des dreijährigen Forschungsprojekts in Kooperation mit der Hochschule Osnabrück (HSOS), dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e. V. (DIL) sowie assoziierten Partnern aus Forschung und Wirtschaft entwickelt werden.
Hierzu ist über drei Vegetationsperioden eine Serie von Feldversuchen im landwirtschaftlichen Versuchsbetrieb der HSOS und auf externen Versuchsflächen geplant, um den Einfluss verschiedener Joddüngungsstrategien, von Standort- und Witterungsbedingungen sowie der Sortenwahl auf den Jodgehalt in Hafer zu untersuchen. Ferner soll geprüft werden, inwieweit die Jodbiofortifikation zur Verbesserung der Stickstoffnutzungseffizienz und der Widerstandsfähigkeit
von Haferpflanzen gegenüber biotischem Stress (Befall mit pilzlichen Schaderregern) und abiotischem Stress (Trockenheit) beitragen kann.
Seitens des DIL wird analysiert, wie sich das Metabolom zwischen jodbiofortifizierten und herkömmlichen Hafer unterscheidet. Von besonderem Interesse sind Veränderungen im Gehalt wertgebender Inhaltsstoffe wie Beta-Glucanen und Proteinen. Zur Herstellung der haferbasierten Milchalternativen gilt es, die Prozessierung so zu optimieren, dass möglichst ein hoher Anteil des biofortifizierten Jods aus dem Korn und ggf. auch aus den Spelzen verwertet wird und bei der Haltbarmachung durch Ultrahocherhitzung erhalten bleibt. Hierzu sind am DIL entsprechende Versuche im Technikumsmaßstab geplant. Im Sinne eines nachhaltigen Gesamtkonzepts sollen zudem für Nebenströme aus der Pflanzenproduktion (jodreiches Haferstroh) und aus der Verarbeitung (Spelzen, Prozessreste) geeignete Verwertungsmöglichkeiten konzipiert werden.
Ansprechpartner*innen für dieses Projekt sind: Prof. Dr. Diemo Daum (D.Daum@hs-osnabrueck.de), Dr. Nino Terjung (n.terjung@dil-tec.de) und Franziska Witte (F.Witte@dil-ev.de)
LeGreNi zielt darauf, das Ernährungssystem in Niedersachsen ganzheitlich abzubilden und konkrete Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Transformation im Sinne von „One Health“ zu entwickeln. Kern ist die Entwicklung einer netzwerk- bzw. graph-basierten Datenstruktur, die Akteure, Prozesse und Ressourcenströme von der landwirtschaftlichen Urproduktion bis hin zu Konsumorten wie Großküchen oder Tafeln integriert.
Dadurch werden komplexe Abhängigkeiten entlang der Wertschöpfungsketten sichtbar und können systematisch analysiert werden. Methodisch kommen insbesondere Graph Neural Networks (GNN) zum Einsatz. Diese KI-Methoden ermöglichen es, Muster in hochkomplexen Netzwerken zu erkennen und Szenariosimulationen durchzuführen. Sie liefern im Gegensatz zu klassischen Black-
Box-Algorithmen nachvollziehbare Ergebnisse – ein entscheidender Vorteil für den Austausch mit Wissenschaft, Politik und Praxis. Ergänzt wird dieser Ansatz durch klassische Modellierungen wie Ökobilanzen und Costbenefit-Szenarien. Der Mehrwert des Projekts liegt darin, Schnittstellenprobleme und Ineffizienzen in der Distribution zu identifizieren. So können Ressourcenflüsse gezielt verbessert und ein Beitrag zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem geleistet werden. Behandelt werden exemplarisch folgende gesellschaftlich relevante Leitfragen:
LeGreNi kombiniert agrarwissenschaftliche, ernährungswissenschaftliche Kompetenzen mit dem Fachwissen der angewandten Informatik und leistet damit einen Beitrag zur ZERN-Agenda: Landwirtschaft in funktionierenden Ökosystemen zu unterstützen, regionale Ernährungswirtschaft im globalen Kontext zu denken sowie Ernährungssysteme zukunftsfähig aufzustellen.
Erwartete Ergebnisse sind ein digitales Modell des niedersächsischen Ernährungssystem inkl. Szenarioanalysen und Empfehlungen für die Politik- und Praxisgestaltung. Damit liefert LeGreNi sowohl anwendungsorientierte Grundlagenforschung als auch Transfer-Instrumente in Niedersachsen. Dabei wird auf ein breites Netzwerk an Forschungspartnern zurückgegriffen, u.a. auf Praxispartner wie dem Studierendenwerk OS, den Göttinger Küchenbetrieben, den niedersächsischen Tafeln inkl. Logistik-Zentren sowie auf Informationen der Lebensmittelaufsicht, Veterinärmedizin, der Landwirtschaftskammern und weiterer Stakeholder.
Ansprechpartner*innen für dieses Teilprojekt sind: Prof. Dr. Melanie Speck (m.speck@hs-osnabrueck.de), Prof. Dr. Martin Atzmüller (martin.atzmueller@uos.de), Prof. Dr. Antje Risius (a.risius@uni-goettingen.de), Prof. Dr. Stefan Stiene (s.stiene@hs-osnabrueck.de)
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Die heutige Ernährung ist gekennzeichnet durch einen geringen Verzehr von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, bei gleichzeitig hohem Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln und Fleisch, was sowohl der öffentlichen Gesundheit als auch der Umwelt schadet. Strategien, die auf Willenskraft abzielen, vernachlässigen den starken Einfluss der Ernährungsumgebung, die für die Umstellung der Ernährung auf die „Planetary Health Diet“ von entscheidender Bedeutung ist. Die institutionelle Verpflegung, insbesondere in Mensen, erweist sich als wirkungsvoller, struktureller Hebel, da Managemententscheidungen einiger weniger Akteure eine große Gruppe von Menschen wirksamer beeinflussen können als Veränderungen auf Haushaltsebene.
Der Übergang zur Universität stellt eine wichtige Lebensphase dar. Studierende gewinnen an Autonomie, sind jedoch mit Zeit-, Budget- und Kochbeschränkungen konfrontiert, was oft zu einer schlechteren Ernährungsqualität führt. Universitätskantinen/ Mensen bieten erschwingliche, sozial verankerte Mahlzeiten an und sind damit ein wichtiger Ort, an dem sich frühe Gewohnheiten bilden. Allerdings befinden sich die Erkenntnisse darüber, wie sich die Ernährung von Studierenden entwickelt und wie institutionelle Umgebungen diese beeinflussen, noch in den Anfängen, auch in Niedersachsen.
Bestehende Forschungsergebnisse sind oft veraltet, querschnittartig und lassen eine Integration von Kaufdaten und Umfragen vermissen. Das Projekt StuDiet schließt diese Lücken, indem es Längsschnittdaten zur Ernährung von Studienanfängern an zwei Universitäten erhebt. Es integriert Umfragedaten, Kantinenumsätze und qualitative Erkenntnisse, um zu verstehen, wie persönliche und institutionelle Ernährungsumgebungen miteinander interagieren. Das Projekt gliedert sich in vier Arbeitspakete:
(1) Panelbefragungen zur Verfolgung von Ernährungsumstellungen und zur Identifizierung gefährdeter Untergruppen;
(2) qualitative Analysen des Ernährungsverhaltens von Studentenhaushalten, einschließlich Zubereitung und Abfall;
(3) fortgeschrittene Analysen, die Umfragen mit Kantinenkaufdaten verknüpfen, Vorhersagemodelle und einen Prototyp eines Empfehlungssystems für gesündere Entscheidungen entwickeln;
(4) eine Zusammenfassung umsetzbarer Empfehlungen.
Durch die zunächst triangulierte Auswertung quantitativer und qualitativer Daten werden im Rahmen des Projekts datengestützte Maßnahmen wie Nudges, Neugestaltung von Speiseplänen und Policy Briefs für institutionelle Caterer zusammengestellt und gemeinsam entwickelt. Die Ergebnisse werden nicht nur in die Hochschulverpflegung in Niedersachsen einfließen, sondern können auch auf ähnliche Einrichtungen im ganzen Land übertragen und angewendet werden.
Ansprechpartner*innen für dieses Teilprojekt sind: Prof. Dr. Achim Spiller (a.spiller@agr.uni-goettingen.de), Dr. Clara
Mehlhose (clara.mehlhose@uni-goettingen.de), Dr. Sophie-Dorothe Lieke (sophiedorothe.lieke@uni-goettingen.de)
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Der Ackerbau in Niedersachsen unterliegt vielfältigen Veränderungen, darunter Wasserknappheit aufgrund des Klimawandels, gestiegene Kosten für Düngemittel und gesellschaftliche Forderungen nach einer Verringerung der Umweltbelastung. Verschiedene Anpassungsmaßnahmen könnten diesen Herausforderungen entgegenwirken. Beispielsweise können
(i) tiefwurzelnde Hülsenfrüchte kostengünstig Stickstoff liefern und die Unterbodenstruktur verbessern,
(ii) eine reduzierte Bodenbearbeitung kann zur Anpassung an Wasserknappheit beitragen und
(iii) eine erhöhte Rückführung organischer Rückstände kann die Nährstoffverfügbarkeit und die Oberbodenstruktur verbessern.
Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen und ihrer Kombination hängt von den örtlichen Standortbedingungen ab. Daher ist es notwendig, ihre Leistungsfähigkeit unter begrenzter Nährstoff- und Wasserversorgung unter repräsentativen, landwirtschaftlichen Bedingungen in Niedersachsen zu testen.
In diesem Teilprojekt sollen daher die Auswirkungen einer Mischung aus tiefwurzelnden Pflanzen und Leguminosen als Deckfrüchte in einem bestehenden Zuckerrüben-Fruchtfolgeversuch in der Nähe von Göttingen untersucht werden. Darüber hinaus werden Trockenstressbedingungen simuliert, indem sogenannte „Rain-out Shelter“ aufgestellt werden. Ein interdisziplinäres Team aus Bodenphysikern, Bodenchemikern und Agrarwissenschaftlern wird gemeinsam an der Auswertung arbeiten.
Erkenntnisse über die Auswirkungen auf die Bodenstruktur, den Wasserhaushalt, die Dynamik von organischem Kohlenstoff und Stickstoff im Boden, das Wurzelwachstum von Zuckerrüben und die agronomische Fruchtfolgebilanz werden zum Projektende geliefert. Darüber hinaus werden laufende ZERN-Studien ergänzt. Dazu gehört ein langfristiger Düngungsversuch, der die Auswirkungen unterschiedlicher Ernterückstandsbewirtschaftung auf die Nährstoffdynamik untersucht und zur Entwicklung von Bewirtschaftungsanpassungsstrategien genutzt wird. Außerdem wird ein laufender Versuch zur reduzierten Bodenbearbeitung durch drohnenbasierte Infrarotbildgebung ergänzt, um den Trockenstress bei Nutzpflanzen zu messen.
Darüber hinaus werden Experten für Fernerkundung an der Analyse von hyperspektralen Daten aus Drohnen und Satelliten arbeiten, um die Bodenüberwachung auf Feld- bis Regionalebene zu ermöglichen.
Nach der Entwicklung und Kalibrierung dieser neu verfügbaren Methoden für die lokalen Bedingungen werden die Auswirkungen der getesteten Anpassungsmaßnahmen auf Landschaftsebene in Niedersachsen bewertet.
Ansprechpartner*innen für dieses Teilprojekt sind: Prof. Dr. Stephan Peth (peth@ifbk.uni-hannover.de), Prof. Dr. Sabine Chabrillat (chabrillat@ifbk.uni-hannover.de), Prof. Dr. Georg Guggenberger (guggenberger@ifbk.uni-hannover.de), PD Dr. Anna Jacobs (jacobs@ifz-goettingen.de) und Prof. Dr. Anne-Katrin Mahlein (mahlein@ifz-goettingen.de)
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